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Boart Sepp

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Sepp Schmalnauer während eines Auftritts.jpg

Sepp Schmalnauer während eines Auftritts

Eisl Hias - Boart Sepp.JPG

Eisl Hias - Boart Sepp

Das legendäre Cafe Casino.jpg

Das legendäre Cafe Casino

Künstler der Operettenwochen trafen sich im Cafe Casino.jpg

Künstler der Operettenwochen trafen sich im Cafe Casino

Eine der letzten Aufnhamen von Boart Sepp.jpg

Eine der letzten Aufnahmen von Boart Sepp

Josef "Boart Sepp" Schmalnauer (* 17. Mai 1930 in Bad Ischl; † 9. Jänner 1992 ebenda) war ein singender Gastwirt in Bad Ischl.

Leben Bearbeiten

Josef Schmalnauer war der Sohn von Johann und Theresia Schmalnauer. Der Vater Johann Schmalnauer war Holzarbeiter und leidenschaftlicher Jäger; die Mutter, Theresia Schmalnauer war Köchin in der Herberge in der Pratersiedlung in Bad Ischl.

Schmalnauer begann eine Lehre als Elektriker und musste als Lehrbub beim Abbau des Konzentrationslagers in Ebensee abscheuliche Relikte mitansehen. Er war aufgrund seiner extremen Genauigkeit ein überaus gefragter Elektriker, wodurch Kundschaften Arbeiten nur von ihm persönlich ausführen ließen.

Sepp Schmalnauer war außerdem sehr universell talentiert. Er spielte Gitarre und sang Baritonstimme in einer ganz außergewöhnlichen Qualität, woran sich heute Zeitzeugen noch sehr gut erinnern können. Das musikalische Talent war von Natur aus gegeben und so bildete er bereits in jungen Jahren eine erste Musikgruppe. Es wurde hauptsächlich Volksmusik gespielt, aber auch aktuelle deutsche Schlager, sehr bekannt wurde er auch für seine "Seemannslieder".

Als die amerikanische Besatzung 1945 in Ischl eintraf, eignete er sich mit 15 Jahren die englische Sprache an und arbeitete sogar als Dolmetscher. Er war außerdem ein sehr guter Sportler. Seine Vorlieben waren Bergsteigen, Skifahren, Tennisspielen, Fußball (Tormann) und er war Mitglied bei den Naturfreunden in Bad Ischl.

Mit Mitte 20 ließ er sich aufgrund einer Wette einen großen Bart wachsen, was für damalige Zeiten in diesem Alter äußerst ungewöhnlich war. Da ihm der Bart so gut gefiel behielt er ihn und selbiger wurde auf Zeit seines Lebens namensgebend - „Boart Sepp“ (im Ischler Dialekt auch Båcht Sepp).

Josef "Boart Sepp" Schmalnauer verdiente mit Ende 20 sein Geld durch Musizieren und Holzschneiden, danach packte ihn das Reisefieber und er begab sich mit seiner Gitarre und einem Lohner-Roller mehrmals auf eine Tour nach Deutschland, Holland und Dänemark. Aufgrund seiner Vorliebe für "Seemannslieder" zog es ihn hauptsächlich zu Hafenstädten hin. Oft wurde er von Freunden begleitet, wie z. B. seinen damaligen besten Freund und Musikerkollegen Eisl Matthias - Eisl Hias, mit dem er auch zusammen im Duett sang. Es wurden Städte wie Hamburg, Rotterdam und Kopenhagen bereist.

Sein erstes Kind, Sabine wurde mittlerweile 1963 von Hildegard Schweizer geboren. Später lernte er Maria Oberhauser ("Schneewittchen") kennen, die er laut ihrer Aussage "mit seinem Gesang verzauberte", die beiden heirateten 1969.

1960 fand in Kopenhagen am Tivoli Odense ein Wettbewerb der Straßenmusikanten „Gaardsanger Grand Prix“ statt, wo er den ersten Platz belegte.

Zwischen den Reisen spielte er auch Wiener Heurigenmusik mit Musikerkollegen Herrn Ferry im Weinhaus Attwenger in Bad Ischl.

1965 versuchte er sich bereits mit seiner späteren Frau, Maria Schmalnauer, das erste Mal als Gastwirt in der "Benny-Bar" im Ortsteil Kreutern in Bad Ischl. Aufgrund Differenzen mit den Vermietern blieb aber das Pachtverhältnis nur 1 Jahr aufrecht und er begab sich wieder auf Reisen und verdiente sein Geld mit Unterhaltungsmusik und diverse Nebenarbeiten wie Holzschneiden und Elektrikerdiensten.

Mittlerweile hatte Sepp Schmalnauer seinen späteren "Haus- und Hofmaler" und Freund, den Kunstmaler Carlo Battisti kennengelernt. Die beiden verstanden sich bestens, da beide ein sehr buntes Leben verband.

Nach seinen Reisen Anfang der 1970er, entschied er sich, sesshaft zu werden. Das erste Kind von Maria Schmalnauer, Josef "Seppi" Schmalnauer wurde am 5. Jänner 1970 geboren.

Mit dem zum Verkauf stehenden legendären „Cafe Casino" in der Grazerstraße bot sich die Gelegenheit seinen Wunschtraum als "singender Ischlerwirt" zu verwirklichen. Das Lokal im Erdgeschoß wurde mit großen Bildtafeln von Carlo Battisti versehen, welche Bad Ischl in alten Ansichten zeigen. Die Eröffnung des Lokales fand am 16. Juni 1971 statt. Josef Schmalnauer unterhielt die Gäste mit Gitarre, Stimme und Humor, während seine Frau Maria Schmalnauer servierte. Es war ein großer Andrang, vor allem in der Anfangszeit, und Sepp Schmalnauer gelang es wie keinem anderen zuvor die verschiedensten Gesellschaftsschichten an einem Tisch zu vereinen und zu unterhalten. Es trafen sich unter anderem auch Künstler von den Operettenwochen, Sportvereine, Doktoren, Wirtschaftstreibende etc. Sein zweiter Sohn, Bernhard Schmalnauer wurde am 30. August 1973 geboren.

Hinter dem Gebäude des "Cafe Casino" befindet sich ein ca. 380 m² komplett von Hand herausgeschlagener Naturkeller im Fuße des Siriuskogls, der sogenannte Grieblkeller.[1] In selbigen befand sich ein Hütterl wo Sepp Schmalnauer seine Stammgäste auch nach Sperrstunde noch unterhielt. Sehr berühmt in Bad Ischl wurde auch seine Gulaschsuppe, die er nach einem ungarischen Geheimrezept fertigte und welche besonders zu den frühen Morgenstunden sehr beliebt war. Das Lokal wurde zu einem unvergleichlichen Geheimtip in der Stadt Bad Ischl.

1992 starb Josef "Boart Sepp" Schmalnauer völlig unerwartet. Es war dies ein schwerer Schlag für die Ischler Szene, da auch viele "späte Gäste" bei ihm einkehrten und die Gastfreundschaft und das humorvolle Wesen des Boart Sepp zu schätzen wussten.

Am 9. Mai 2012 wurde ein Bericht mit dem Titel "Das Casino & die Katakomben des Ischler Originals Båcht Sepp" in der Bad Ischler Wochenzeitung "Ischler Woche" unter der Rubrik "Heimatkunde" auf Seite 38 veröffentlicht. Der Autor dieses Artikels ist Franz Xaver Mannert.

Im Herbst 2012 erschien das Buch "Von Ischl und den Ischlern......" im Eigenverlag herausgegeben von F.X. Mannert, in welchem der Artikel "Kultbeisl Casino und Katakomben des Båcht Sepp" auf Seite 121 + 122 abgedruckt ist.[2]

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. http://www.freiesradio.at/content/der-widerhall-woche-40-2
  2. http://www.unserestadt.at/dt/portal/content.php?blogId=78211&navId=0&regionId=4820&topicId=10&language=dt&found=2012%7C9%7C0%7C76862%7C78211%7C78207%7C75818%7C77320
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