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Die Bayerischen Jungwölfe,,franz.: Les Louvarts de Bavière,, sind ein Trompe-Bläser-Ensemble mit Kindern (Eintrittsalter ab acht Jahren) aus dem Chiemgau. Gründungsjahr ist 2015 in Traunstein. Im weltweiten Gruppenverzeichnis 2016 der Fédération International des Trompes de France (FITF)[1] gibt es für Deutschland drei gelistete Gruppen.[2] Unter diesen sind die Bayerischen Jungwölfe als Kindergruppe einzigartig. Diese Alleinstellung gilt auch für ganz Europa.


Seit Bestehen des Ensembles berichtete die Revue der Fédération International des Trompes de France (FITF) (gegründet 1928) mehrmals über Die Bayerischen Jungwölfe, 2016: „Les Louvarts de Bavière“.[3] Das Kulturmagazin „Chiemgau Land und Leute“ stellt in der Dezemberausgabe 2016 „Die Bayerischen Jungwölfe aus Traunstein und ihre Trompes“[4] vor. Die zentrale Aufgabe des Ensembles ist die Nachwuchsförderung von Trompe-Bläsern, um die Tradition der Trompe-Musikkultur und ihre Aufführungspraxis zu erhalten.

Die Bayerischen Jungwölfe leben diese Tradition und pflegen sie als kulturübergreifende Musiktradition im interkulturellen Austausch mit anderen Ländern, wie Frankreich, Belgien und der Schweiz. Sie blasen im sogenannten „Ton de Vénerie“,[5] ein Stil, der einzigartig und authentisch für die Trompe ist und der sich elementar von dem aller anderen Natur- und Ventilhörner unterscheidet. Ein Gruppenmitglied der Bayerischen Jungwölfe wurde in Frankreich 2015 beim grössten internationalen Trompe-Wettbewerb als Hoffnungsträger der Trompe-Musikkultur mit dem Prix des Espoirs der FITF[6] ausgezeichnet. Seit 2015 treten die Bayerischen Jungwölfe bei diversen öffentlichen Veranstaltungen auf.

Die Trompe – was ist das? Bearbeiten

Die Trompe de Chasse und ihre Musikkultur stammt aus der höfischen Jagd der Barockzeit. Sie diente den reitenden Jägern hinter der Hundemeute als Signalhorn, aber auch als mehrstimmig geblasenes Konzertinstrument für festliche Anlässe.

Unter Ludwig XIV. erlebte die Trompe im Rahmen des französischen Jagdzeremoniells eine Blütezeit und verbreitete sich weit über die Grenzen hinaus unter den Fürsten- und Königshäusern. Auch im deutschsprachigen Raum hat diese Trompe eine lange Geschichte, in Bayern beginnend am Hofe des bayerischen Kurfürsten Max II Emanuel.

Ende des 19. Jahrhunderts ging die Trompe europaweit und speziell in Deutschland ohne weitere jagdliche Verwendung in den Volksgebrauch über. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Trompe und ihre Musikkultur, da französisch geprägt, in Deutschland gänzlich verboten. Seit den 1950er Jahren ist sie durch die ehrenamtliche Aufbauarbeit aus den Nachbarländern Frankreich, Belgien und der Schweiz wieder in Deutschland etabliert. Zum Erhalt befindet sich die Trompe und ihre Musikkultur mit den teilnehmenden Ländern Frankreich, die Schweiz, Italien und Deutschland derzeit im Bewerbungsverfahren zum Eintrag in die Liste des immateriellen Kulturerbes bei der UNESCO. Belgien hat bereits die Anerkennung „reconnaissance de la trompe de chasse comme patrimoine immatériel de la Fédération Wallonie-Bruxelles“[7] erhalten. In Deutschland setzt sich die Initiative Trompe[8] für den Erhalt und die Anerkennung der Trompe-Musikkultur ein.

Die Bayerischen Jungwölfe sind ein elementarer Bestandteil zur Darlegung des Konzepts zur Pflege und zum Erhalt der Trompe-Musikkultur im Anerkennungsverfahren des Immateriellen Kulturerbes bei der Unesco.

Die Instrumentalbesetzung Bearbeiten

Das Ensemble aus Mädchen und Jungen setzt sich aus mehreren Stimmen zusammen. Sie blasen alle Stimmen, von der ersten über die zweite und teilweise gestopfte dritte Stimme (Zwischentöne werden durch Verschließen des Schalltrichters mit der Hand erzeugt) bis zum Bass mit der Trompe gleicher Bauart. Eine Besonderheit sind komplexe Gruppenstücke, bei denen die Kinder in jeweiliger mehrstimmiger Besetzung ein Wechselspiel zwischen Forte und Piano vorstellen.

Musiker Bearbeiten

Die Bayerischen Jungwölfe sind ein Trompe-Bläser-Ensemble mit Mädchen und Jungen aus der Traunsteiner Region im Chiemgau.

Gesangliche und bläserische Ausbildung gehören zur regelmäßigen Probenarbeit, wie auch das Blasen der Trompe zu Pferd.

Alle Ensemblemitglieder spielen neben der Trompe noch weitere Instrumente, wie Geige, Klavier, Harfe, Kontrabass, Querflöte, Altflöte und Ziehharmonika. Einige davon überaus erfolgreich, mit Auszeichnungen bei Jugend musiziert.

Mehrmals jährlich finden Austausche mit befreundeten Trompebläsern und Trompelehrern aus den benachbarten Ländern, wie Frankreich, Schweiz, oder Belgien statt, um Lehrgänge, Ausflüge und gemeinsame Konzerte[9] zu veranstalten. Ebenso nimmt die Gruppe an Trompe-Wettbewerben im In- und Ausland[9] teil.

Auswahl einiger Komponisten und Stücke Bearbeiten

Das Repertoire reicht von Stücken des Barock, der Klassik und Romantik bis hin zu zeitgenössischen Originalkompositionen für Trompe. Hierzu zählen eine Vielzahl von Situations-, Tier- und Ehrenfanfaren, sowie komplexe Gruppenstücke.

Diverse französische Komponisten des 18., 19. und 20. Jahrhunderts Bearbeiten

  • Marc-Antoine de Dampierre, Tellier, Delor, Thiberge, rund 60 „Fanfares des Circonstances et des Animaux“
  • Jules Cantin: La Fete au Chateau, La Grande Messe de Saint Hubert
  • Henri Juliot: La d’Aubigny
  • Tyndare Gruyer: Les Echos des Alpes
  • Louis Magnier: La Graisivaudan
  • Paul Laugé: Le Grand Retour de Chasse

Zeitgenössische Komponisten Bearbeiten

  • Hubert Heinrich, Le Chant Final

Förderer Bearbeiten

  • Antoine de la Rochefoucauld, Orleans: Präsident der Fédération International des Trompes de France (FITF)
  • Andri Vital, Zuoz, Präsident der Schweizer Jagdhornbläser
  • Luc Jallon, Murist, Delegué Suisse der Fédération International des Trompes de France (FITF)
  • Stadt Traunstein
  • Roger Gilpert, Weingarten, Deutscher Delegierter der Fédération International des Trompes de France (FITF)

Auftritte Bearbeiten

  • Festival International des Trompes in Frankreich, ausgerichtet von der Fédération International des Trompes de France (FITF),[1] 2015, 2016.[10][11][12] 2017
  • Internationales Bläser-Fest der Schweiz, ausgerichtet von der Vereinigung der Jagdhornbläser Schweiz (Cors et Trompes de Chasse Suisse),[13] 2015 in Solothurn[14] und 2017 in Zürich
  • Mediterrano-Fest[15] Schloss Sandizell, Schrobenhausen, Deutschland 2015, 2016.[16]
  • Sonderschau des Historischen Landesfalkenhofs[17] in der Festung Hohenwerfen, Salzburger Land, Österreich 2016.[16]

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

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