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Gell

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Datei:Gell - Schwoba Rock.jpg

Gell, auch Georg Hieber’s Gell, ist eine deutsche Rockband um den Musiker, Künstler und Sozialarbeiter Georg Hieber. Ab 1985 versuchten sich er und Richard Schätzthauer an schwäbischem Liedgut. Die erste offizielle Gell-Besetzung fand sich im Jahre 1986. Diese Formation hielt knapp ein Jahr. Gell nahmen ihre erste (und letzte) Demo-Kassette auf. Nach dem Konzert im Neu-Ulmer Glacis schmiss die Band das Handtuch, wie auch die letzte Gell-Formation, die von September 1988 bis Sommer 1989 bestand.

Bandname Bearbeiten

Wenn man in schwäbischen Breitengraden aufwächst, kommt man um den Begriff "gell“[1] nicht herum. Konkret sprechen wir hierbei von Bayerisch-Schwaben, Landkreis Neu-Ulm, genauer gesagt: Weißenhorn. Die Mutter war wohl schuld! Georg Hieber hat das Wort "gell" aufgesogen, besonders die Telefonate von „Mutter Hieber“ sind ihm noch gut in Erinnerung. Im Prinzip war jedes dritte Wort dieser Gespräche ein "gell“. Genialer Stoff, um seine Mutter dann immer und immer wieder bezüglich dieser Ausdrucksweise auf den Arm zu nehmen. Es war dann eigentlich immer klar: sollte einmal ein Bandname benötigt werden, wird diese Band definitiv den Ausdruck "gell“ als Name übergestülpt bekommen.

Und dass die gesungene Sprache „Schwäbisch“ sein würde, war selbstredend.

Zum gell-Logo: die Songtexte und andere literarische Ergüsse wurden in der gell-Anfangszeit von Georg Hieber auf einer alten mechanischen Schreibmaschine gefertigt. Ein absolutes Kultteil! Die Buchstabenoptik dieser brachialen Maschine gaben letztendlich den Ausschlag, diese Schriftart für das gell-Logo zu verwenden.

Stil Bearbeiten

Wenn der Begriff "Schwoba Rock" fällt, denkt man unwillkürlich an Schwoißfuaß, Grachmusikoff oder Wolle Kriwanek. Durch den eigenwilligen schwäbischen Slang von Georg Hieber, der nichts mit klassischer schwäbischer Mundart zu hat, hat sich ein völlig eigener Stil heraus kristallisiert. Er widerspiegelt das Alltagsschwäbisch der Schwaben auf der bayerischen Seite der Donau, gemischt mit der Sprache der Rock'n'Roll-Kultur. Der musikalische und inhaltliche Stil der gell-Songs wird von sämtlichen Schattierungen der Rockmusik beeinflusst und ist am ehesten noch mit der Frühzeit der Kölner Rockband BAP vergleichbar. Verschiedene gell-Lieder zeigen in den Arrangements und der Stimmung auch Ähnlichkeiten mit Stücken deutscher und österreichischer Liedermacher. Die Texte beschäftigen sich von nicht ganz ernsthaften Themen bis hin zu Inhalten gesellschaftlicher oder persönlicher Art.

Geschichte Bearbeiten

Bereits in der Endphase seiner Ministrantenzeit entwickelte Georg Hieber mit seinem Kumpel Richard Schätzthauer die ersten schwäbischen Songtexte. Der Song „Lausbua“ steht wie eingraviert für diese Zeitspanne, war er doch vom Refrain her unschlagbar, auch wenn das Gesamtstück eher nicht so anspruchsvoll daherkommt. Ergebnis hiervon war letztendlich die Gründung der schwäbischen Rockgruppe „gell“ im Jahr 1986.

Auch die Lehrzeit bei MAN in Neu-Ulm ging textmäßig nicht spurlos an Georg Hieber vorüber. Aus dieser Zeit stammt z.B. der Song „Moischdr“ (Meister), in dem Hieber mit dieser Phase und deren denkwürdigen Witzfiguren abrechnet.

Die gell-Besetzungen hielten im Prinzip immer ca. ein Jahr, dann wurde umformiert. Der erste Break im Jahr 1987 war einschneidend, da sich Georg Hieber entschloss, selbst das Mikrofon in die Hand zu nehmen. Dies war nur konsequent, denn schließlich war es sein Wortgut, sein Slang, keine schwäbische Mundart im klassischen Sinne. Also war er auch die authentischste Person, die seine schwäbischen Songs am besten nach außen transportieren konnte. Die Hauptgitarrenarbeit übernahm ab diesem Zeitpunkt „Jojo“ Kast, der schon fast funkige Elemente in die Stücke miteinbrachte. Festgezurrt wurde diese Zeit mit dem ersten (und letzten) Demo-Tape von gell, das natürlich aus heutiger Sicht hörtechnisch grenzwertig erscheint. Aber es war ein Tape, man befand sich schließlich immer noch im Zeitalter des „Kassädda-Degg-Rock“ (Kassetten-Deck-Rock) und die Band war mächtig stolz, mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln die Songs auf Kassette verewigt zu haben. Schallplatten produzierten schließlich andere genug.

1988 vollzog sich ein kompletter Umbruch in der Band. Mit Georg Hieber machte sich eine völlig neue Mannschaft auf den musikalischen Weg. Allen voran Marco Rehak, dessen Gitarrenarbeit doch hörbare Spuren hinterließ und die Richtung angab, in der es mit gell fortan gehen sollte. Schade, dass es aus dieser Phase kein vernünftiges Hördokument gibt.

Die bühnenaktive Zeit von gell beschränkte sich auf den Zeitraum 1986 bis 1989. Da sich die Band danach auflöste, konzentrierte sich Georg Hieber mehr auf seine anderen künstlerischen Ambitionen (Fotografie, Collagengestaltung, etc.). Nach der Bandphase fand noch ein offizieller Benefiz-Gig von Georg Hieber zusammen mit dem Liedermacher Franz Klarer in Ulm statt. Spätestens mit Beginn seines Studiums (Sozialarbeit / Sozialpädagogik) im Jahr 1993 war das Thema aktive Musiziererei erst einmal Geschichte und Georg Hieber befand sich abseits der lokalen Musikszene. Dies änderte auch der Jobantritt 1998 bei derCaritas in Neu-Ulm nicht.

Das Herz von Georg Hieber schlug aber immer schwäbisch, die „gell-Idee“ begleitete ihn und ist für ihn nach wie vor eine Art „Zustand“[2].

Bandmitglieder Bearbeiten

1988[3] - 1989: Georg "Eagel" Hieber (Gesang, Gitarre), Marco Rehak (Gitarre), Uli Hauser (Tasteninstrumente, Bass), Markus "Schnusl" Kast (Bass, Gesang), Jochen "Additive" Wegerer (Schlagzeug, Gesang)

1987: Georg "Eagel" Hieber (Gesang, Gitarre), Joachim "Jojo" Kast (Gitarre), Peter "Pi" Walter (Tasteninstrumente), Ralf Kloos (Bass), Jürgen "Jogi" Bohatsch (Schlagzeug)

1986: Harald Bertele (Gesang), Georg "Eagel" Hieber (Gitarre, Gesang), Peter "Pi" Walter (Tasteninstrumente), Ralf Kloos (Bass), Jürgen "Jogi" Bohatsch (Schlagzeug)

Diskografie Bearbeiten

Album Bearbeiten

  • 1987: Schwoba Rock (Schwaben Rock) … auf Kassette!

Single Bearbeiten

  • 2016: Katza-Rock-Schdar (Katzen-Rock-Star) … als Download!

Konzerte Bearbeiten

Datei:Gell-Live1986.jpg

Das erste Konzert von gell fand am 21. März 1986 im Jugendhaus "Don Bosco" in Ulm/Söflingen statt.

Die Konzerttermine von gell im Zeitraum 1986 - 1989[4]:

  • 7. Juli 1989: Neu-Ulm (Glacis)
  • 22. April 1989: Memmingen (Bräuhaus)
  • 11. März 1989: Dornstadt (Jugendhaus)
  • 31. Juli 1987: Neu-Ulm (Glacis)
  • 11. Juli 1987: Weißenhorn (Altstadtfest)
  • 4. Juli 1987: Staig/Altheim (Biker-Treffen)
  • 27. Juni 1987: Buch (M3)
  • 24. Juni 1987: Neu-Ulm (Schnieglwutz)
  • 27. Mai 1987: Weißenhorn (Trend)
  • 7. März 1987: Geislingen/Kuchen (Witwe Bolte)
  • 28. Juni 1986: Ulm (City-Fest)
  • 27. Juni 1986: Ulm (Schubart-Gymnasium)
  • 3. Mai 1986: Dornstadt (Jugendhaus)
  • 21. März 1986: Ulm/Söflingen (Don Bosco)

Sonstiges Bearbeiten

Datei:Gell - Georg Hieber II.jpg

Der Mann hinter gell:

Georg "Eagel" Hieber (Gesang, Gitarre & was man sonst noch so braucht!)

Er ist mit dem Herzen dabei! Die Begeisterung für Musik begleitet Georg Hieber, genannt „Eagel“ (… aber das ist eine andere Geschichte) schon sein Leben lang. Einflüsse unterschiedlicher Musikrichtungen und ein breites Musikverständis machen „seinen schwäbischen Stil“ einzigartig. Nach der "aktiven" gell-Zeit entstanden bis heute immer wieder Songtexte und es fanden unregelmäßig Sessions mit lokalen Musikern statt.

Jetzt im Jahr 2016, nachdem drei Jahrzehnte ins Land gezogen sind, nimmt Georg Hieber dieses Jubiläum zum Anlass, die Menschheit wieder mit seinem „speziellen schwäbischen Slang“ zu überraschen! Ob als Einzelkämpfer oder wie auch immer …

Geboren 1968 in Krumbach (Schwaben), wohnhaft in Weissenhorn (Landkreis Neu-Ulm)[5]

Datei:Der Igel - Das gell-Maskottchen.jpg
  • 1985 Schülerband, erste schwäbische Texte
  • 1985 Abschluss der „Mittleren Reife“
  • 1986 Gründung der schwäbischen Rockgruppe „gell“
  • 1987 Die zweite gell-Besetzung
  • 1988 Die dritte gell-Besetzung
  • 1988 Abschluss der Berufsausbildung
  • 1989 Auflösung von gell als Bandbetrieb
  • 1989 Beginn der freien künstlerischen Tätigkeit
  • 1990 Ende des Zivildienstes
  • 1993 Erlangen der Fachhochschulreife
  • 1998 Abschluss des Studiums „Sozialarbeit/Sozialpädagogik“
  • 1998 Arbeitsverhältnis bei derCaritas in Neu-Ulm
  • 2006 Beginn von„artblow“
  • 2008 Gewinn des Weissenhorner Kunstpreises
  • 2008 Kalender & CD mit den „Albertinum Girls

Literatur Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Wiktionary, Bedeutung von gell, abgerufen am 10. Februar 2016
  2. gell.nu, abgerufen am 10. Februar 2016
  3. Julian Aicher: Rock in Oberschwaben, Direktverlag, Ravensburg 1988, ISBN 3-925295-06-2, Seite 36
  4. gell.nu, abgerufen am 10. Februar 2016
  5. gell.nu, abgerufen am 10. Februar 2016

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