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Guntram Pauli (* 4. Juli 1952 in Gräfenthal) ist ein deutscher Musiker.

Werdegang Bearbeiten

Guntram Pauli wuchs in einer musisch geprägten Pfarrersfamilie auf. Er erhielt eine siebenjährige Klavierausbildung und spielte Trompete im Posaunenchor der Gemeinde seines Vaters.

Nach seinem Abitur 1973 in München studierte er Sport und machte 1978 sein Examen als Diplomsportlehrer. In seinem eigentlichen Beruf arbeitete Pauli allerdings nur sporadisch, so z. B. zehn Jahre lang jeweils in den Wintermonaten als Skilehrer.

Künstlerisches SchaffenBearbeiten

Seit seinem 18. Lebensjahr war Pauli Pianist, Keyboarder und Sänger in diversen Münchener Rockbands und brachte dabei seine ersten eigenen Kompositionen ein.

1978 schrieb er zusammen mit dem Dirigenten und Kirchenmusiker Christian Kabitz das Rock-Klassik-Opus Rock Requiem, einige Songs und Texte dazu steuerte auch sein Bandkollege Klaus Haimerl bei. Das Stück war dem verstorbenen gemeinsamen Freund und Musikerkollegen Lothar Thorand gewidmet. Im gleichen Jahr wurde das Werk an der Münchener Christuskirche uraufgeführt, weitere Aufführungen folgten. 1981 produzierten Pauli, Kabitz und Haimerl die gleichnamige DLP, an der die Musiker Thomas Hengelbrock, Bernd Kremling, Billy Lang oder Hermann Weindorf beteiligt waren. Es folgten deutschlandweite Konzertserien. Das Opus galt als bahnbrechend in der Gattung Crossover und wurde angeblich von mehreren Kritikern in eine Reihe mit Projekten von Jon Lord, Procol Harum oder Alan Parsons gestellt.

Seit 1983 folgten die Produktionen weiterer Konzeptwerke, für die Pauli erstmals auch Texte beisteuerte. Hervorzuheben ist dabei mit Cosmogenia ein weiteres Crossover-Werk, an dessen Produktion Brian Auger, Klaus Kreuzeder, Wolfgang Lackerschmid sowie Solisten der Münchner Philharmoniker beteiligt waren.

Zwischen 1987 und 1993 widmete sich Pauli bei längeren Auslandsaufenthalten (Nordafrika, Kreta) nicht nur weiteren Kompositions- und Textarbeiten, sondern schrieb u. a. einen Kurzgeschichtenband ("Die Mäusewoche und neun andere kleine Albträume").

Furore machte 1995 Paulis Neufassung des Weihnachtsklassikers "Stille Nacht". Er hatte dem beschaulichen Lied unter dem Eindruck von Balkankrieg, Übergriffen in Deutschland auf Ausländer und dramatisch fortschreitender Umweltzerstörung einen kritischen Text verpasst, sein Bruder Christoph, ein Pianist, steuerte ein rockiges Arrangement bei. Versuche von Produzenten, den Song als "Allstar-Hymne" mit Peter Maffay, Patricia Kaas oder Udo Jürgens zu veröffentlichen scheiterten. Schließlich produzierte Pauli den Song mit Hilfe eines kleinen Labels und dem Münchner Sänger Michael Gerwien selbst. Versuche, ihn zu Weihnachten in den deutschen Rundfunkanstalten unterzubringen, scheiterten weitgehend.

2007/2008 erfüllte sich Pauli mit der Verfilmung seines Erstlingswerkes Rock Requiem einen Traum. Produziert wurde unter der Regie von Matthias Möldner größten Teils in der ukrainischen Stadt Lemberg mit dortigen Musikern. Seither wurde und wird das Werk weiterhin aufgeführt, seit 2010, nach dem Tod des langjährigen Sängers Mario Lehner mit Hugo W. Scholz (voc, sax).

2012 wurde auch das Nachfolgeopus Cosmogenia erstmals wieder aufgeführt. Seit 2002 tourt Pauli deutschlandweit mit seinem Coverprogramm Balladissimo und anderen Formationen.

Zum 1000-jährigen Jubiläum der Stadt Kassel komponierte Pauli eine Stadthymne in drei Variationen (Pop, Rock, Klassik)[1].

Diskografie Bearbeiten

  • 1981 Rock Requiem (mit C. Kabitz, K. Haimerl), TELDEC
  • 1983 Eiszeit - Reise ins Licht, PTA-Musik
  • 1989 Cosmogenia (mit C. Kabitz, M. Schuster)
  • 1995 Stille Nacht (mit C. Pauli, E. Coromines)
  • 1996 Johannes (mit M. Schuster, C. Kabitz)
  • 1998 Mainhattan (mit C. Pauli)
  • 2000 Jeder Ton hat eine Farbe
  • 2001 Solang wir uns spür'n (mit C. Pauli)
  • 2001 Königin für ein Jahr
  • 2005 Wenn dein Kind dich morgen fragt
  • 2008 Rock Requiem (Neuproduktion und Verfilmung mit Matthias Möldner)
  • 2012 Winter

Literatur Bearbeiten

  • Die Mäusewoche und neun andere kleine Albträume (2011 erschienen im Asaro Verlag)

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Lied zum Stadtjubiläum: Drei Hymnen stehen zur Wahl auf der Webseite der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen vom 12. Juni 2013, abgerufen am 10. Juli 2014

Weblinks Bearbeiten

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