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Die Internationale Hugo-Wolf-Akademie für Gesang · Dichtung · Liedkunst e.V. (IHWA) ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Stuttgart, der regelmäßig Konzerte und Meisterkurse im Großraum Stuttgart veranstaltet und alle drei Jahre den Internationalen Wettbewerb für Liedkunst ausrichtet.

Ziel Bearbeiten

Hugo Wolf steht als Namenspatron für den Anspruch, Liedkunst auch heute noch möglich zu machen und den Menschen nahezubringen. Hugo Wolf und sein umfangreiches Liedschaffen stehen dabei im Zentrum des Schaffens der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie. Darüber hinaus wird der Bereich der Liedkunst, des Gesangs und der Dichtung aber in all seinen Facetten und durch alle Epochen beleuchtet und ausgelotet.

Die Internationale Hugo-Wolf-Akademie für Gesang · Dichtung · Liedkunst e.V. bietet ein gut etabliertes und regelmäßiges Konzertangebot im Großraum Stuttgart an. Besonders hervorzuheben ist dabei die Reihe Liederabende im Opernhaus. Hier treten Größen des (Lied-)Gesangs wie Waltraud Meier, Michael Volle, Bernarda Fink oder Robert Holl auf. Daneben finden regelmäßig Konzerte an anderen Veranstaltungsorten sowohl mit international gefragten Interpreten als auch mit jungen Nachwuchskünstlern statt. Damit knüpft die Internationale Hugo-Wolf-Akademie an die von Hermann Reutter begründete Tradition an, der stets um die Förderung junger Interpreten bemüht war. Die jährlich veranstalteten Meisterkurse und der Internationale Wettbewerb für Liedkunst bieten die Chance, immer wieder neue ausgezeichnete Talente zu entdecken und sie in das Konzertprogramm einzubinden.

Des Weiteren widmet sich die Internationale Hugo-Wolf-Akademie für Gesang · Dichtung · Liedkunst e.V. der Musikvermittlung, die gerade im Bereich des Kunstliedes von zunehmender Wichtigkeit ist. Kinderkonzerte, Workshops an Schulen und Konzerteinführungen sollen den Zuhörern jeder Alterklasse den Zugang zum vermeintlich schweren Kunstlied erleichtern und sein Hören für diese Musik öffnen. In der Stuttgarter Meisterklasse für Lied geben erfahrene Dozenten ihr Wissen an angehende Liedsängerinnen und -sänger weiter – und gewähren dem Publikum einen interessanten Einblick in die hohe Kunst des Liedgesang. Dozenten waren bislang u.a. schon Elisabeth Schwarzkopf, Dietrich Fischer-Dieskau, Hans Hotter, Peter Schreier und Birgid Steinberger.

Einen dritten Arbeitsschwerpunkt bildet der Internationale Wettbewerb für Liedkunst. Seit seiner Gründung hat er sich ein internationales Renommee erworben und zahlreiche junge Künstler als Preisträger hervorgebracht, die unser heutiges Konzertleben prägen.

Seit 2008 verleiht die Internationale Hugo-Wolf-Akademie zudem die Hugo-Wolf-Medaille an Künstler, die sich um das Lied im Allgemeinen und das Werk von Hugo Wolf besonders verdient gemacht haben. Die Medaille wurde 2008 zum ersten Mal an Dietrich Fischer-Dieskau verliehen. Im März 2010 wurde Christa Ludwig mit der Medaille ausgezeichnet.

Geschichte Bearbeiten

Die Internationale Hugo-Wolf-Akademie für Gesang · Dichtung · Liedkunst e.V. bezieht sich in ihren Ursprüngen auf einen Kreis von Liebhabern des Lieds und der Gesangskunst, den Hugo Faißt, der Stuttgarter Rechtsanwalt und enge Freund des Komponisten, schon 1894 um sich versammelte. 1898 gründet Hugo Faißt in Stuttgart einen Hugo-Wolf-Verein, der bis zum Tod des Komponisten am 22. Februar 1903 Liederabende, Orchester- und Kirchenkonzerte veranstaltete und seine Oper Der Corregidor unterstützte.

Am 7. November 1967 startete der Komponist und ehemalige Direktor der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, Hermann Reutter, einen Aufruf zur Gründung einer Internationalen Hugo-Wolf-Gesellschaft. Der Stuttgarter Verein sollte die deutsche Zweigstelle einer 1931 in New York u.a. von Thomas Mann, Thornton Wilder und Darius Milhaud gegründeten International Hugo Wolf Society werden. Wichtigstes Gründungsziel des Stuttgarter Vereins war die Aufführung selten gehörter Werke nicht nur von Hugo Wolf, sondern auch von anderen Liedkomponisten. Zum Gründungskomitee gehörten u.a. der Dirigent Ferdinand Leitner, der damalige Intendant der Stuttgarter Oper Walter Erich Schäfer und der Komponist Carl Orff.

Nach Hermann Reutters Tod übernahm Hartmut Höll 1985 die künstlerische Leitung des Vereins. Er erweiterte das Profil des Vereins durch die Einbeziehung von gesprochenem Wort und Dichtkunst, durch die Veranstaltung von Meisterkursen, dem Internationalen Wettbewerb für Liedkunst und der Herausgabe zahlreicher Publikationen zu der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie.

2007 gab Hartmut Höll die Leitung ab und es folgte Francisco Araiza, Professor für Gesang an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Seit Sommer 2009 liegt die Künstlerische Leitung der IHWA in Händen des Künstlerischen Beirats, der sich aus herausragenden Vertretern des Kunstliedes sowie Repräsentanten des Internationalen Konzertlebens und der Wissenschaft zusammensetzt und der gemeinsam mit der Geschäftsführung und dem Vorstand für den Erhalt der gesetzten Ziele und Werte einsteht und das Programm der IHWA gestaltet.

Aufnahmen Bearbeiten

Hugo Wolf: Italienisches Liederbuch (Fassung für Kammerorchester, 2006) Mit JaeEun Lee, Colin Balzer, Hartmut Höll u.a.

Eduard Mörike in Vertonungen unserer Zeit (2005) Mit Christoph Prégardien, Markus Schäfer, Antoine Tamestit, Markus Hadulla, Hartmut Höll, Dieter Kurz (Leitung)u.a.

„Nachtigallengesang“ · Eduard Mörike in Vertonungen seiner Zeit (2004) Mechthild Bach (Sopran), Württembergischer Kammerchor, Dieter Kurz (Leitung)

Peter Härtling. Ein Portrait in Gedichten und Liedern (2003) Mit Peter Härtling, Auryn Quartett, Risako Kurosawa, Markus Schäfer, Markus Hadulla, Hartmut Höll, Dieter Kurz (Leitung)

Hugo Wolf: Ausgewählte Lieder (2003) Bernhard Berchtold (Tenor), Anne Le Bozec (Klavier)

Hugo Wolf: Die Chöre mit Orchester (1996) Mit Württembergischer Kammerchor, Ensemble Stuttgart, Alison Browner, Kathrin Koch, Christian Beller, Dieter Kurz (Leitung)

Hugo Wolf: Ausgewählte Goethe Lieder (1995) Mit LockyChung, Markus Hadulla, Stephan Genz, Claarter Horst

Hugo Wolf und Manuel Venegas: Lieder aus dem Spanischen Liederbuch (1999) Mit Mitsuko Shirai, Cornelius Hauptmann, Oliver Widmer, Württembergischer Kammerchor, Dieter Kurz (Leitung) u.a.

Publikationen (Auswahl) Bearbeiten

  • Hugo Wolfs Briefe an Hugo Faißt. Vollständige und kritisch überarbeitete Neuedition
  • Hugo Wolf in Deutschland – Stuttgart.Mannheim.Tübingen.Berlin. Begleitbuch zur Ausstellung zum Hugo-Wolf-Jahr 2003
  • „100 Jahre Mörike-Wolf“ – Ein Lesebuch. Programme, Gedichte, Interpretationen, Essays
  • 150 Jahre Hugo Wolf. Ausstellungskatalog zur Jubiläumsausstellung im Landesmuseum Württemberg 2010

LiteraturBearbeiten

  • Widerhall. 1898-1998. 100 Jahre Hugo Wolf. Verein, Gesellschaft, Akademie. Hrsg. v. der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie, 1998.

Weblinks Bearbeiten

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