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M.O.V.E.-Technik

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Begriffserklärung Bearbeiten

Der Begrff „M.O.V.E.-Technik“, erstmals vorgestellt vom österreichischen Musikpädagogen und Physiker Josef Pilaj, bezieht sich in der Gesangspädagogik auf einen an die Alexander-Technik angelehnten Weg zu einer natürlichen Form der Stimmerschließung. Das Akronym M.O.V.E. steht dabei für "Mouth Opening Vowel Expression" und soll wohl als besonderer Hinweis auf eine physiologisch ökonomische Bewegungsform der Artikulatoren (Lippen, Mundöffnung, Zunge, Gaumensegel, Kehlkopf) verstanden werden.

Hypothese Bearbeiten

Im Buch „Singen lernen mit dem Computer – Über Anwendung und Nutzen neuer Feedbackmöglichkeiten in Stimmbildung und Gesang“ (ISBN 978-3-89639-779-9) wird, ausgehend von Überlegungen zum Spracherwerb des Kindes und zur Ammensprache oder der I nfant Directed Speech IDS, der Frage nachgegangen, weshalb wohl in allen Sprachen der Welt das Wort für „Mutter“ „Mama“ sei. Mittels synthetisierter Vokale wird der Nachweis erbracht, dass die Formanten des nicht-artikulatorisch geplant geöffneten Mundes des Säuglings („Mouth Opening“-Vowel, MO-Vokal) Frequenzbereiche verstärken, in welchem der erste Formant in die Vokalinsel (Bereich in der Formantkarte, in denen ein Vokal eindeutig als solcher erkannt wird) eines /a/ fällt, der zweite Formant jedoch bereits außerhalb der Resonanzen für die Vokalidentifikation liegt. Diese Frequenzlage ergibt sich ganz einfach aufgrund der Abmessungen des Vokaltraktes des Kleinkindes. Der unartikulierte Baby-Laut kann somit einfach als Vokal /a/ interpretiert werden, sodass im Prinzip nicht die Mutter dem Baby das Wort Mama beibringt, sondern das Baby einfach aus Spaß an seinem Stimmgebrauch diese Silbenfolge bildet. Die Mutter wird voller Stolz über die ersten sprachlichen Erfolge ihres Kindes diese Silbe nun mit einem eindeutigen Vokal /a/ "nachsprechen", wodurch dem Säugling gleichzeitig die Elemente der verbalen Kommunikation signalisiert werden. So gesehen hat der unartikulierte „Mouth-opening“-Vokal (MO) die gleiche Qualität wie ein tierischer Laut, der aufgrund verschiedener Größen der tierischen „Vokaltrakte“ bei einer Kuh einem „muh“, bei einem Hund einem „wau“, oder bei einer Katze einem „miau“ gleicht.

Folgerungen für die Stimmbildung und Gesangspädagogik Bearbeiten

Aus dieser ursprünglichsten und daher einfachsten Artikulationsform können in einem therapeutischen Zugang allmählich auch die anderen Vokale geformt werden, wobei sich die Stimme im kinästhetischen Sinne gleich "anfühlen" soll wie beim ungestörten MO-Vokal. (Gesangspädagogische Begriffe: Platzierung, Stimmsitz.) Unter der Annahme, dass viele ungünstige Stimmgewohnheiten beispielsweise aus der Konditionierung nicht idealer, hinderlicher oder dysfunktionaler Bewegungsformen der Artikulatoren erwuchsen (etwa aufgrund von gesangstechnischer Überforderung, oder bestimmten, an Stimmfächer gekoppelte Klangvorstellungen, denen die Stimme nur schwer gerecht wird), kann mittels M.O.V.E.-Technik versucht werden, den Weg zur „natürlichen“ Lautformung und Stimmgebung zurückzufinden, sodass das System Stimme im Sinne seiner biologischen und akustischen Voraussetzungen bereits „von selbst“ optimal funktioniert.

Fallbeispiele Bearbeiten

Josef Pilaj stellt in seinem Buch „Singen lernen mit dem Computer“ Beispiele eines nicht erlernten, sondern über den MO-Vokal erlebten Formant-Tunings, sowie der automatisch auftretenden Gesangsformanten am MO-Vokal vor, die von fortgeschrittenen Sängerinnen und Sängern auch bereits signifikant qualitätssteigernd in deren Gesangsrepertoire aufgenommen werden konnten. So gesehen entsteht selbst der kunstvolle Gesang ganz offensichtlich aus den Elementen des ursprünglichen oder ungelernten Stimmgebrauchs, sodass Stimmbildung weit mehr mit einem "Zurück zur Natur" als mit einem Vorwärts zur Kunst in Verbindung gebracht werden kann.

Begründung Bearbeiten

Biologisch begründbar ist dies beispielsweise durch das Quaken der Frösche, welches, abhängig von der jeweiligen Froschgattung, in Frequenzen erfolgt, die von den zugehörigen Individuen besonders gut gehört werden. (Schließlich sollen artfremde Tiere nicht durch das balzende Quaken angelockt werden.) Die Tragfähigkeit der Stimme (beispielsweise liegen die Gesangsformanten im für das Ohr empfindlichsten Frequenzbereich) ist also offenbar biologisch vorgesehen und muss nicht erst kunstvoll erlernt werden, wie ja auch der durchdringende, dennoch völlig unangestrengte Stimmklang von Babys und Kleinkindern beispielsweise in großen (Kirchen-)Räumen beweist. Die sängerische Ausbildung vollzieht sich unter diesem Gesichtspunkt aus der eigenen sensiblen Beobachtung der ungestörten, komplexen, aber bereits automatisierten körperlichen Vorgänge, sodass die gesunde, reflexartige Stimmgebung allmählich auch bewusst in die vom Komponisten vorgesehene Melodie und den dazu gehörigen Text übernommen werden kann.

Allgemeines Prinzip in der Instrumental- und Gesangspädagogik und im Motor Learning Bearbeiten

Im Vergleich mit dem motorischen Lernen im Instrumentalbereich geht es also bei der M.O.V.E.-Technik um ein ständiges und optimales Anpassen von Bewegungsabläufen (zum Beispiel beim Klavierspielen die entsprechende Drehung der Hand, um bestimmte Akkorde bestmöglich zu erreichen), die sich im Gesang im Wesentlichen auf die Artikulatoren beziehen. Die Stimme klingt somit auch im prinzipiell klanglich normierten klassischen Gesang einzigartig, wodurch aber erst der emotionale Kontext glaubhaft transportiert werden kann.

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