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Vorlage:Infobox Hochschule Die Musikhochschule Lübeck (MHL) ist eine von 24 deutschen Musikhochschulen. Sie bildet mit ihren Studiengängen „Musik Vermitteln“ und „Musikpraxis“ rund 400 Studierende zu Solisten, Orchestermusikern, Sängern, Komponisten, Kirchenmusikern oder Musikpädagogen aus. Modulare Studiengänge und individuelle Betreuung bereiten auf eine breite Palette von Musikberufen vor. In den Fächern Musikwissenschaft, Musiktheorie und Musikpädagogik bietet die MHL eine Promotionsmöglichkeit an. Das angegliederte Brahms-Institut garantiert eine enge Verzahnung von Musikpraxis und Musikwissenschaft. Die MHL ist nicht nur die einzige Musikhochschule des Landes Schleswig-Holstein, sie ist auch einer der größten Konzertveranstalter. Praxistraining ist im Studienplan fest verankert und bereitet optimal auf das Berufsleben vor. Rund 300 Veranstaltungen im Jahr bieten Gelegenheit, die Arbeit der MHL und die Fortschritte der Studierenden intensiv zu erleben. Höhepunkt im Konzertprogramm und einmalig in der Hochschullandschaft ist jährlich im April und Mai das Brahms-Festival Lübeck, bei dem Studierende und Dozenten gemeinsam auf der Bühne stehen.

Entstehung und Geschichte Bearbeiten

Die institutionalisierte, professionelle Ausbildung zum Musiker, Solisten, Orchestermusiker und Musikpädagogen umspannt in Lübeck einen Zeitraum von über hundert Jahren. Die heutige MHL geht auf eine private Gründung der Klavierlehrerin Marie Luise Kaibel im Jahr 1911 zurück. Ihr folgten mehrere Vorgängerorganisationen:

  • 1911–1932: Lübecker Konservatorium der Musik und Vorschule
  • 1923–1933: Lübische Singschule
  • 1933–1937: Lübecker Staatskonservatorium und Hochschule für Musik
  • 1938–1950: Landesmusikschule Schleswig-Holstein in Lübeck
  • 1950–1969: Schleswig-Holsteinische Musikakademie und Norddeutsche Orgelschule
  • 1969–1973: Staatliche Fachhochschule für Musik in Lübeck.
  • Seit 1973: Musikhochschule Lübeck.

Gebäude Bearbeiten

Lubeck old town

Gebäude der Musikhochschule
in der Großen Petergrube.
Aufnahme 2007.

Die ab 1974 für die Hochschule restaurierten denkmalgeschützten Gebäude befinden sich in einem einzigartigen und für Lübeck herausragenden Ensemble von 22 Bürgerhäusern unterhalb der St. Petrikirche an der Obertrave und werden von der UNESCO zum Weltkulturerbe gezählt. In der Großen Petersgrube, die als eine der wenigen Straßen mit einem vollständig erhaltenen Ensemble von Fassaden fast aller Stilrichtungen in Lübeck gilt, sind das die von dem Architekten Joseph Christian Lillie für den Lübecker Kaufmann Johann Daniel Jacobj geschaffenen drei klassizistischen Fassaden der Nrn. 17 und 19, gefolgt von der Rokokofassade der Hausnummer 21. Diesem späten Rokoko des letzten Viertel des 18. Jahrhunderts folgt mit der Fassade Nr. 23 ein Beispiel des frühen Rokoko von 1730, an das sich eine prächtige backsteingotische Fassade mit Treppengiebel anschließt. Die Ziegel sind schichtweise glasiert, damit waren sie nicht nur teurer, auch die Verwendung dieses Materials kam durchaus nicht für jeden infrage und deutet immer eine gewisse Ratsnähe an. Die Häuser 27 besonders aber das repräsentative Eckhaus Nr.29 zur Straße An der Obertrave sind wieder Beispiele des Klassizismus. Hier am früheren Binnenhafen gegenüber den Salzspeichern wurde bei Umbauarbeiten auch der Lübecker Münzschatz eines Lübecker Kaufmanns des ausgehenden Mittelalters von einem Baggerfahrer gefunden. Er ist heute Bestandteil der Ausstellungen im Kulturforum Burgkloster. Die von der Musikhochschule genutzten Gebäude gehen durch bis zur Depenau, wo beispielsweise das zum Schulgebäude umgebaute barocke Speichergebäude Nr. 18 rückseitig an den Hofflügel des Hauses Große Petersgrube 21 anstößt.

Das Brahms-Institut befindet sich in der klassizistischen Eschenburg-Villa, erbaut von dem dänischen Baumeister Christian Frederik Hansen, vor dem Burgtor.

Im Jahr 2007 wurde die Musikhochschule durch die denkmalgeschützte Holstentorhalle neben dem Holstentor und den Salzspeichern auf der anderen Seite der Trave räumlich erweitert. In ihr befinden sich Übungsräume, ein Musikstudio und Hörsäle. Eine Fußgängerbrücke über die Obertrave, von den Lübeckern Professorenbrücke genannt, verbindet die Musikhochschule und die Holstentorhalle seit Frühjahr 2007.

Projekte Bearbeiten

  • Eines der großen Projekte der Hochschule waren Überlegungen zum Orgelneubau im Lübecker Dom. Eine konsequente Rekonstruktion der 1942 zerstörten Arp-Schnitger-Orgel, wurde zunächst abgelehnt, nach jahrelanger Diskussion jedoch vom Kirchengemeinderat im Jahr 2012 beschlossen.[1]
  • Die Musikhochschule arbeitet eng mit der Stadtbibliothek als Schwerpunktbibliothek für Musik des Landes Schleswig-Holstein zusammen.
  • Die Musikhochschule ist eine der Lübecker Spielstätten des Schleswig-Holstein Musik Festivals.
  • Die Existenzgründungsinitiative "musikvermittlung-luebeck.de" ist spezialisiert auf die Vermittlung professioneller Musikerinnen und Musiker, Musikpädagogen und Musikdienstleister.

Netzwerke Bearbeiten

An-Institut Bearbeiten

Das Brahms-Institut ist der Musikhochschule angegliedert und befindet sich in der Villa Eschenburg auf dem Jerusalemsberg.[2] [3]

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. epd.de: Lübecker Dom soll eine neue Barock-Orgel bekommen, gesehen 6. Dezember 2012.
  2. Brahms-Institut in Lübeck erhält wertvollen Beethoven-Brief. In: Hamburger Abendblatt vom 10. Januar 2012, S. 17
  3. Internetseite des Brahms-Instituts

Literatur Bearbeiten

  • Ilsabe von Bülow: Joseph Christian Lillie (1760-1827). Berlin 2008 S. 47 ff., 54 ff. und 116 ff. ISBN 978-3-422-06610-6 (zum Hochschulgebäude)

Weblinks Bearbeiten

Commons-logo.svg <Lang> Commons: Musikhochschule Lübeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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