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Mit Neues Geistliches Lied (NGL) wird ein musikalisches Genre bezeichnet, das verschiedene Merkmale aufweist:

  1. Religiöser Text, christliche politische Texte.
  2. Zugehörigkeit zur Gattung Lied, stilistische Beeinflussung durch Popularmusik.
  3. Das Lied ist für den kirchlichen und katechetischen Gebrauch bestimmt.

Entwicklung Bearbeiten

Verschiedene Faktoren führten seit den 1950er Jahren zur Entstehung verschiedener Stilrichtungen des Neuen Geistlichen Liedes:

  • Katholiken- und Kirchentage
  • Wettbewerbe
  • Musicals und Pop-Oratorien
  • Liederbücher und Gesangbücher

Aufführende des NGL sind zumeist Chöre, Bands sowie Gesang- und Instrumentalsolisten.

Innerhalb der katholischen Kirche kam es in der Vergangenheit immer wieder zur Kritik am Neuen Geistlichen Lied. Gegner dieser Gattung warfen dem NGL eine Profanierung des Mysteriums des katholischen Glaubens vor.[1] Viele Lieder seien zwar für Katechesen geeignet, jedoch lasse sich aufgrund ihrer oftmals unliturgischen Texte für sie kein Platz im Gottesdienst finden. Andererseits hat sich das Neue Geistliche Lied in den christlichen Kirchen als gültige Ausdrucksform des Glaubens etabliert. Seit einiger Zeit haben die Kirchen in Deutschland Arbeitsstellen zur Pflege des NGL als eine wichtige Form der Kirchenmusik eingerichtet.[2]

In zahlreichen kirchlichen Einrichtungen bildeten sich Kinder- bzw. Jugendscholen, Gospelchöre und Jugendbands, die das NGL pflegen. Verschiedene Orte wurden zu regelmäßigen Festival- und Fortbildungszentren.

  • der Marstall Clemenswerth (Emsland)
  • das Jugendhaus Düsseldorf
  • die Burg Feuerstein (Fränkische Schweiz)
  • 2013 gründeten Pfarrer Eugen Eckert und Patrick Dehm den Verein inTAKT zur Förderung des Neuen Geistlichen Liedes.

Bekannte Autoren des NGL (Auswahl) Bearbeiten

  • Alois Albrecht
  • Fritz Baltruweit
  • Herbert Beuerle
  • Horst Christill
  • Patrick Dehm
  • Eugen Eckert
  • Ludger Edelkötter
  • Siegfried Fietz
  • Thomas Gabriel
  • Kurt Grahl
  • Peter Janssens
  • Detlev Jöcker
  • Rolf Krenzer
  • Thomas Laubach
  • Gregor Linßen
  • Heinz Martin Lonquich
  • Huub Oosterhuis
  • Thomas Quast
  • Paul Ernst Ruppel
  • Kathi Stimmer-Salzeder
  • Ludger Stühlmeyer
  • Dieter Trautwein
  • Alan Wilson
  • Wilhelm Wilms

Bekannte Liederbücher (Auswahl) Bearbeiten

  • Die Träume hüten (2013), Chorbuch 169 Neue Geistliche Lieder für Chöre und Bands (neue entstanden in den Jahren 2009 bis 2013), Dehm Verlag Limburg, Lahn ISBN 987-3-943302-16-5.
  • Kinder-Gotteslob – KiGoLo (2008), Dehm Verlag Limburg, Lahn.
  • Cantate I (1994), Cantate II (2007). Herausgegeben von der Werkstatt Neues Geistliches Lied im Erzbistum Bamberg.
  • Unterwegs (1989, fortlaufende Ergänzungen). Herausgegeben vom ZDK und der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz.
  • Das Lob (1979), von Josef Mittermair, Pettenbach (Oberösterreich).
  • Jericho (1970). Herausgegeben von Karl Natiesta und Tom Runggaldier.
  • Troubadour für Gott - Neue Geistliche Lieder (6. Auflage/1999). Herausgegeben vom Kolping-Bildungswerk Diözesanverband Würzburg e.V., Würzburg, Bernward Hofmann (Zusammenstellung).

Literatur Bearbeiten

  • Das neue geistliche Lied 2013 - eine Situationsanalyse. Ein Interview mit Dr. Barbara Stühlmeyer, in: Musik + Message, Nr. 2, 2013.
  • Peter Hahnen: Das Neue Geistliche Lied als zeitgenössische Komponente christlicher Spiritualität. 2. Auflage. LIT-Verlag, Münster 2003, ISBN 3-8258-3679-7.
  • Peter Hahnen: Liederzünden! Theologie und Geschichte des Neuen Geistlichen Liedes. 1. Auflage. Verlag Haus Altenberg 2009, ISBN 978-3-7761-0236-9.
  • Rene Frank: Das Neue Geistliche Lied - Neue Impulse für die Kirchenmusik. Tectum, Marburg 2003, ISBN 3-8288-8573-X.
  • Dorothea Monninger (Red.): Neue Geistliche Lieder. Töne – Texte – Temperamente. Arbeitsstelle Gottesdienst der EKD, Informations- und Korrespondenzblatt, 16. Jg. 2-2002.
  • Peter Deckert: LITERATUR zum Neuen Geistlichen Lied. Bücher, Zeitschriftenartikel, Examensarbeiten zum Thema „Neues Geistliches Lied (NGL) - Sacro-Pop - Religiöse Popularmusik“. Köln 1975-2011.

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Peter Bubmann, Papst Benedikt XVI. als Musiktheologe, in: Musik und Kirche, Heft 4/5, Jahrgang 2005, Bärenreiter-Verlag Kassel.
  2. Peter Hahnen: Liederzünden! Theologie und Geschichte des Neuen Geistlichen Liedes. 1. Auflage. Verlag Haus Altenberg 2009.

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