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Nof-nof

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NoF-NoF (* 5. November 1956 in Gembloux, Belgien), als Marc-André Tourtchaninoff) bezeichnet sich als Musikologe und lebt zur Zeit im Val-de-Ruz im Neuenburger Dorf Fontaines und gilt als wichtiger Einfluss für die Reggae-Szene der Schweiz.

Biographie Bearbeiten

Grosseltern, Eltern und Schulzeit Bearbeiten

Die Familie seines Vaters stammt aus Russland. Die Grosseltern verlassen Anfang des 20. Jahrhunderts St. Petersburg und lernen sich in Addis Abeba, Äthiopien kennen. Sie heiraten in einer or[1] Ihr Sohn Michel hat von Haile Selassie persönlich eine Urkunde in Empfang genommen [2]. Die Familie verlässt Äthiopien und lässt sich in Gembloux, Belgien nieder, wo Michel tropische Agrarwissenschaften studiert. Michel lernt die Belgierin Christiane Dupont kennen und heiratet sie. Ihr Sohn NoF-NoF kommt 1956 in Gembloux zur Welt. Zwei Jahre später wandert die Familie nach Äthiopien aus. Zu jener Zeit eine mehrtägige Reise, mit Zwischenstationen in Paris, Rom, Athen, Kairo, Khartum.[3] Nach einem Jahr in Äthiopien siedelt die Familie in den Kongo um, wo Vater Michel mit nur 27 Jahren verstirbt. Mutter Christiane und Sohn NoF-NoF kehren nach Belgien zurück. Die junge Witwe lernt den tropischen Agrarwissenschaftler Charles-Edouard Jeanty kennen. Zu dritt wandern sie nach Ruanda aus, wo NoF-NoF seine ersten beiden Jahre (1962-1963) in der Schule verbringt. Die abenteuerlichen Reisen mit Kleinflugzeugen lösen beim jungen NoF-NoF eine Flugangst aus, die ihn nicht wieder loslässt. "Ich erinnere mich an einen Flug über den Regenwald in einem Kleinflugzeug, bei dem die Sitze an Bretter montiert sind. Zwischen den Brettern hindurch habe ich unter mir den Regenwald angestarrt und mich ganz fest am Sitz festgehalten." [4] Die Gewalttätigkeiten, welche die Unabhängigkeit von Belgien mit sich bringen, zwingen die junge Familie nach Belgien zurückzukehren. 1964 im Alter von 8 Jahren siedelt NoF-NoF mit der Familie ins Val-de-Ruz, Neuchâtel um, wo sein Stiefvater einen Lehrstuhl an der Kantonalen Agrarschule bekommt. Mit 18 Jahren nimmt NoF-NoF die Schweizer Staatsbürgerschaft an und verliert dadurch seinen äthiopischen Pass.

1976 bis 1979: Die Anfänge Bearbeiten

1976 hat NoF-NoF an einem Rockfestival in Offenburg zufällig Bob Marley & The Wailers erlebt und sich im Anschluss daran Rastaman Vibration als seine erste Reggae-LP gekauft. Im Jahr danach beginnt er sich beim Montreux Jazz Festival zu engagieren. Mit dem Skateboard fährt er den Quai entlang und betreibt Promotion und verkauft Eintrittskarten. Dank seines Einsatzes für das Festival hat er freien Zugang zu den Konzerten. So lernt er Henry Taj Mahal Fredericks kennen. Mit ihm verbindet ihn seither eine tiefe Freundschaft. NoF-NoF engagiert sich in der Folge für unterschiedliche kulturelle Aspekte und Künstler. Bald lernt er die beiden jamaikanischen Musiker Earl Chinna Smith und Dennis Brown kennen. Diese Freundschaften entstehen aus der gemeinsamen Leidenschaft für Ganja. Schliesslich bittet Claude Nobs 1979 NoF-NoF sich persönlich um Peter Tosh zu kümmern. Peter Tosh verlässt sein Hotelzimmer in Montreux nicht und lehnt jegliche Betreuung ab. Erst als NoF-NoF mit einem ganzen Fisch auf dem Teller und einer grossen Portion Ganja auf dem Tablett anklopft, gibt Peter Tosh nach und diskutiert anschliessend ausgiebig mit NoF-NoF.[5]

Im Interview mit Marc Ismail vom Juni 2003 erzählt NoF-NoF von dieser Begegnung [6]. Der erste Reggae-Event beim Montreux Jazz Festival 1979 am 6. Juli mit Peter Tosh, Dennis Brown und Steel Pulse ist dermassen erfolgreich, dass Claude Nobs im folgenden Jahr erneut mit NoF-NoFs Unterstützung einen Reggae-Event auf die Beine stellt. Am 6. Juli treten mit Jimmy Cliff, Miriam Makeba und Tokoto Ashanty aus Kamerun mehrheitlich nicht Reggaekünstler auf. Es gibt ein Wiedersehen mit Earl Chinna Smith, der in der Band von Jimmy Cliff mitspielt. [7]. Ausserdem lernt er bei diesem Festival die englische Ska-Band The Specials kennen und vorallem deren Posaunisten Rico Rodriguez.

1980 bis 1989: Kontakte und ihre Wirkung Bearbeiten

Nebst seinem Engagement als Radiomoderator und als Journalist macht sich NoF-NoF in den folgenden Jahren hauptsächlich als Vermittler zwischen Musikern und Veranstaltern einen Namen. So engagiert er sich, dass am 27. Oktober 1981 die Band von Rico Rodriguez und dem Dub Poeten Oku Onuora in Bern auftreten. [8]

Seine Radiosendungen und Artikel führen in den frühen 80er-Jahren dazu, dass sich auf der Romandie-Achse Biel bis Lausanne eine Reggae-Kennerschaft etabliert, welche die Deutschschweiz nicht bieten kann. Auf der anderen Seite treten in Zürich mit Free&Virgin als potenter Veranstalter, dem Roots Operator mit seinem Soundsystem und Jamarico als auf Reggae spezialisiertem Plattenladen die Vertreter von Reggae viel stärker in Erscheinung, als in der Romantik, wo ausser dem Montreux Jazz Festival kaum Reggae vertreten ist Dadurch reisen viele Reggaekenner jeweils für Konzerte und Plattenkäufe aus der Romandie nach Zürich. Erst gegen Ende der 1990er-Jahre wird die Romandie wichtiger Reggae-Kulturplatz und gleichzeitig rückt Reggae in der Deutschschweiz in den Hintergrund.

1982 führen die zahlreichen Verbindungen in die Reggae-Szene in seiner Heimstadt Neuchâtel dazu, dass sich die erste Schweizer Reggaeband bildet. Antonello Lubello und seine Frau Cristina sowie Phil Santschi gründen die Heart Beat Band (später in Mad Lighters umbenannt. Ihr erster Tonträger entsteht allerdings erst 1988 mit Gastmusiker Rico Rodriguez, der dank der Verbindung zu NoF-NoF für einige Jahre in Neuchâtel verweilt.

1983 und 1984 begleitet NoF-NoF die Entourage von Fela Kuti durch Europa. Einige der langjährigen Freundschaften entstehen in diesen Jahren, so unter anderem zu Linton Kwesi Johnson, Sly Dunbar, Robbie Shakespeare, Ray Lema, Dennis Bovell[A 1], Albert Collins, Carla Bley und Burning Spear. Eine riesige Anzahl Musiker aus den Genres Jazz, Blues, Reggae, Ska und afrikanischer Musik zählen zu seinem Freundeskreis. Daraus entstehen Verbindungen zu unzähligen Künstlern und Veranstaltern.

In den Jahren 1985-89 kommen weitere Freundschaften zu Alpha Blondy, Joseph Hill, Albert Griffiths, Pablo Moses[A 2], Lee Perry, Augustus Pablo, Santana, Steve Turre, Touré Kunda[A 3], Misty in Roots und viele mehr hinzu. Viele dieser Freundschaften dauern bis in die Gegenwart an. Dokumentiert sind diese Begegnungen auf unzähligen seiner Fotografien. [9], [10]

Besonders die Beziehung zu Lee Perry führt zu ausgiebigen Querverbindungen. 1983 im Backstage von Prince FarI trifft er erstmals auf Mireille Rüegg-Campbell (spätere Ehefrau von Lee Perry). Jahre später ruft sie im Auftrag von Lee Perry, welcher zu dieser Zeit als Verschollen gilt, an und vereinbart ein Treffen. In der Folge vermittelt NoF-NoF ein Zusammentreffen mit der Zürcher Reggaeband Ganglords. Die Chemie zwischen Lee Perry und den Ganglords scheint aber nicht zu stimmen. Lee Perry veröffentlicht in der Folge sein erstes "Schweizer"-Album 1990 - From The Secret Laboratory, auf dessen Umschlag die Schweizer Flagge sichtbar ist. Schliesslich fruchtet aber aus der Freundschaft zwischen Lee Perry und NoF-NoF die Zusammenarbeit mit den White Belly Rats aus Neuchâtel, die mit dem Album Panic in Babylon 2004 und vielen Liveauftritten ein erfolgreiches Schweizer Kapitel in Lee Perrys Musikgeschichte bringt.

1990 bis 1999: NoF-NoF session: Always a nice event Bearbeiten

NoF-NoF organisiert regelmässig vorwiegend im Case au chocs in Serrière in Neuchâtel seine "NoF-NoF session: Always a nice event". An diesen Events tritt er selbst als DJ in Erscheinung und präsentiert unterschiedliche Künstler.

Die 90er-Jahre sind gekennzeichnet unter schier unendlich anmutenden weiteren Verbindungen in die Welt der Musik. Namen, wie Screamin' Jay Hawkins, Gil Scott-Heron, Mad Professor, Ray Anderson, Lester Bowie, Marla Glen, Hélène Lee, Adrian Sherwood, Mory Kante, Khaled, Ben Harper, The Skatalites, Bruno Blum, Cheikha Rimitti, Princess Erika, Monty Alexander, Ernest Ranglin, Dr. John, Jamiroquai und unzählige weitere reihen sich in den erweiterten Freundeskreis von NoF-NoF ein. Geprägt sind diese Jahre von unzähligen Besuchen von Konzerten und Festivals im Raum Schweiz und Frankreich. Sein Wirken beschränkt sich auf einen kleinen geografischen Raum, da er wegen seiner anhaltenden Flugangst keine grösseren Distanzen überwinden kann. Er hat sich nie um ein Geschäftsmodell für seine Aktivitäten und vielfältigen Kontakte bemüht und dadurch ein Wirken im Hintergrund gefristet. Er zeichnet verantwortlich für die Programmation verschiedener Festivals (beispielsweise für das Festival du rire 1995 in Montreux.

2000 bis heute: Überall bekannt Bearbeiten

Das Jahr 2005 bringt für NoF-NoF einige einschneidende Erfahrungen hervor. Innerhalb von nur 4 Monaten stellt er ein dreitägiges Openair im Val-de-Ruz auf die Beine. Das Festi-Val-de-Roots findet vom Freitag 22. Juli bis Sonntag 24. Juli in Engollon statt. Das Lineup mit den Jamaica All Stars, Lee Perry mit den White Belly Rats und The Skatalites ist erstklassig. Jedoch helfen diese grossen Namen wenig, dass das Festival zu einem Erfolg werden. Die grosszügige Bühne und eine Organisation für 10-20000 Zuschauer wirken verloren bei den 2-3000 Enthusiasten, die den komplizierten Weg in den Neuenburger Jura gefunden haben. Musikalische Höchstleistungen stehen somit im krassen Kontrast zu dem mageren Umsatz und das Organisationskomitee mit NoF-NoF an der Spitze zerfällt im Streit. Eine Zweitauflage im folgenden Jahr, ohne Mitwirkung von NoF-NoF endet mit einem Festivalabbruch. Viele der vergebens eingetroffenen Musiker finden sich im unweit des Festivalgeländes entfernten Wohnsitz von NoF-NoF wieder. Das Aus für das Festi-Val-de-Roots bedeutet für NoF-NoF auch ein wirtschaftliches Ende. In der Folge leidet er auch stark unter gesundheitlichen Problemen. Selbst die Überwindung seiner Flugangst, um die Jamaica All Stars nach England zu begleiten hilft wenig. Als Tourmanager reicht der gesundheitliche Zustand nicht mehr aus.

Fortan ist sein Wirken hauptsächlich auf das Fotografieren seiner weiterhin häufigen Konzert- und Festivalbesuche und die Pflege seiner Facebook-Seiten beschränkt.

Weiterführende Links Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Marc Ismail It a go dread inna Switzerland, S. 93 ff., Juni 2003: http://www.soulofanbessa.com/it-a-go-dread-inna-switzerland.html
  2. Vater Michel empfängt die Urkunde von Haile Selassie
  3. Marc Ismail It a go dread inna Switzerland, S. 93 ff., Juni 2003: http://www.soulofanbessa.com/it-a-go-dread-inna-switzerland.html
  4. Interview mit NoF-NoF vom November 2004 in Fontaines Claude Howald
  5. Interview mit NoF-NoF vom November 2004 in Fontaines, Claude Howald
  6. Marc Ismail It a go dread inna Switzerland, S. 95 ff., Juni 2003: http://www.soulofanbessa.com/it-a-go-dread-inna-switzerland.html
  7. www.montreuxjazzlive.com
  8. Artikel Rico & Oku Onuora, Music Scène, Dezember 1981, Seite 53
  9. Auswahl von Begegnungen Teil 1
  10. Auswahl von Begegnungen Teil 2

Anmerkungen Bearbeiten

  1. Die englische Wikipedia hat einen Artikel über Dennis Bovell
  2. Die englische Wikipedia hat einen Artikel über Pablo Moses
  3. Die englische Wikipedia hat einen Artikel über Toure Kunda

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