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Orgellandschaft Allgäu

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Die Orgellandschaft Allgäu besitzt trotz ihrer vielen barocken Kirchen nur noch wenige Instrumente aus dieser Zeit. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung ab 1850 wurden diese oft bescheidenen Instrumente durch größere Neubauten ersetzt. Das heutige Bild prägen vor allem Instrumente der ehemals im Allgäu ansässigen Firmen Gebrüder Hindelang (Ebenhofen), Zeilhuber (Altstädten) und Gerhard Schmid (Kaufbeuren) aus Spätromantik und Neobarock.

Überblick Bearbeiten

Nach der Blüte während der Barock-Zeit versetzte die Säkularisation dem Orgelbau einen schweren Schlag. Die Füssener Orgelbauer-Familie Pröbstl schuf als aufstrebende neue Werkstatt einen Übergang von der Orgel des Barock zur Frühromantik. Stilbildend in ihrer handwerklichen Qualität und Rationalisierung, führte die Firma technische Neuerungen wie die mechanische Kegellade ein und leitete zur Hochromantik über. Durch den Aufschwung der Industrialisierung und gesellschaftliche Veränderungen wuchs ab 1850 wieder der Bedarf an Orgelneubauten. Da dieser von im Allgäu heimischen Orgelbauern allein nicht gedeckt werden konnte, lieferten bis 1900 Firmen aus Nachbarregionen wie Walcker, Steinmeyer oder Koulen zahlreiche Instrumente ins Allgäu. Gleichzeitig gründeten nach 1860 der Orgelbauer Gebrüder Hindelang um 1870/80 in Ebenhofen. Er prägte zusammen mit der 1930 in Altstädten gegründeten und rasch wachsenden Werkstatt von Josef Zeilhuber die Allgäuer Spätromantik bis 1945. Von beiden Firmen sind eine Reihe von Großorgeln und zahlreiche mittelgroße bis kleinere Instrumente erhalten. Sie sind in vielen Fällen von der elsässischen Orgelreform inspiriert und weisen sehr reife Synthesen zwischen früher Orgelbewegung und spätromantischer Orchester-Orgel auf.

Die von der Orgelbewegung angestossene Trendwende zum Neobarock setzte sich im Allgäu erst ab etwa 1950 durch. Sie wurde von Hindelang wie Zeilhuber nur zögernd umgesetzt. Dieser Umstand kam der 1955 in Kaufbeuren gegründeten Firma von Gerhard Schmid zu Gute, der diesen neuen Stil konsequent verfocht und weit über das Allgäu hinaus zu einem der wichtigsten Vertreter des Neobarock wurde. Die Firma Hindelang erlosch schleichend und führte bis etwa 1970 vorwiegend Arbeiten außerhalb des Allgäus im fränkischen Raum aus. Die Firma Zeilhuber legte ihren Betrieb nach dem Tod des damaligen Inhabers von 1990 bis 1997 vorübergehend still, ist aber heute wieder durch Alfons Zeilhuber jun. in der 3. Generation und mit gewandeltem Firmenprofil tätig. Gerhard Schmid war, wie zuvor Hindelang und Zeilhuber, über lange Jahre stilbildend, bis sich die Firma in den 1990er Jahren mehr und mehr wohltätigen Zwecken verschrieb (z. B. kostenlose Orgelversetzungen nach Osteuropa) und im heimischen Raum immer weniger Neubauten ausführte. Seit dem Tod von Gerhard Schmid 2004 wird die Werkstatt in verkleinerter Form von seinem Sohn Gunnar Schmid weitergeführt. Neben diesen großen Firmen siedelten sich auch kleinere Betriebe im Allgäu an. 1979 machte sich Peter Karhausen in Aitrang selbstständig. 1980 eröffnete Martin Gegenbauer in Leutkirch seine Werkstatt. 1988 ließ sich Josef Maier in Hergensweiler nieder. 1990 gründete Siegfried Schmid seinen Betrieb Knottenried bei Immenstadt.

Jede der Allgäuer Firmen pflegt gewisse Vorlieben: Peter Karhausen und Gunnar Schmid stehen in der Tradition des Neobarock mit der Tendenz zur klassischen Orgel. Martin Gegenbauer zeigt einen Hang zum süddeutsch-französischen Barock. Bei Josef Maier, Siegfried Schmid und Alfons Zeilhuber ist eine Neigung zur deutschen Romantik und der französischen Sinfonik erkennbar. Auffallend im Allgäuer Orgelbau ist die ungebrochene Präsenz der Spätromantik, welche die Region auch nach vielen orgelbewegten Um- und Neubauten immer noch dominiert.

Liste von Orgeln in Allgäu Bearbeiten

Ort Kirche Bild Orgelbauer Jahr Manuale Register Bemerkungen
Kempten St. Anton Gerhard Schmid 1979 III/P 42
Kempten St. Lorenz Josef Zeilhuber 1936 III/P 62 Umbau und Vergrößerung der Walcker-Orgel von 1864
Kempten Evangelische St. Mang-Kirche Gerhard Schmid 1987 V/P 60
Obergünzburg St. Martin Gebrüder Hindelang 1930 III/P 35 mit Celesta (Glockenspiel)
Oberstaufen St. Peter und Paul Gebrüder Hindelang 1920 III/P 46 Freipfeifenprospekt
Oberstdorf St. Johannes Baptist Josef Zeilhuber 1934 III/P 58 Fernwerk hinter dem Hochaltar

Literatur Bearbeiten

  • Christian Kohler: Orgeln und Orgelbauer im Allgäu von 1850 bis zur Gegenwart. Augsburg 2007.
  • Georg Brenninger: Orgeln in Schwaben. Bruckmann, München 1986.
  • Hermann Fischer, Theodor Wohnhaas: Historische Orgeln in Schwaben. Schnell und Steiner, München 1982.

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