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Steinschlag – die Potsdamer Rhythm ’n’ Blues- und Rock ’n’ Roll-Band wurde am 18. Juli 1987 gegründet. Ursprünglich war dies ein Session-Projekt, das aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Rolling Stones entstand. Innerhalb einer Woche hatten die Initiatoren Detlef Gottschling (Sänger) und Henryk „Henne“ Körbs (Gitarrist) im August 1987 fünf Musikanten zusammen getrommelt: Am Bass Robert Raetsch, der eigentlich aus dem Heavy-Lager stammte, am Schlagzeug Guido Schade (später: Babylon und The Clogs), der Hardrocker, und an der zweiten Gitarre Andreas „Andy“ Hoffmann. In dieser Besetzung spielte Steinschlag dreimal - nämlich an demselben Abend, als die 20 Titel zum ersten Mal „über die Bühne“ gingen.

Der Name Bearbeiten

Nur einen Namen hatte das Projekt damals noch nicht. Noch am selben Abend tauschte sich der Bassgitarrist selbst aus: Winfried Gutzeit, damals noch „Tanzmugger“, spielte bereits die dritte Runde mit. Andreas Hoffmann war danach auch „draußen“ - Michael Schupke, der bis zum Jahr 2011 dabei war, rückte nach und brachte mit seiner „SG” einen rotzigen Gitarrenton auf die Bühne, der seinem Vorbild Keith Richards alle Ehre machte und die Band prägte. Der Bandname wurde beim nächtlichen FKK-Baden im Plessower See gefunden. Die Rollenden Steine sollten zwar darin vorkommen - doch englische Bandnamen wurden in der DDR nicht so sehr gemocht. Also: Steinschlag.

70 Konzerte pro Jahr

Ohne staatliche Zulassung – so genannte Einstufungen waren in der DDR Pflicht – spielte Steinschlag frech in Teltow, in Kleinmachnow im „Affenclub“, in Potsdam im „Glaskasten“ in der Heinrich-Mann-Allee (heute: Blauhaus), im Haus der jungen Talente (HdjT heute: Podewil) in Berlin, in der Moritzbastei in Leipzig, in Halle im Turm, in Zwickau im Kreiskulturhaus oder in Rostock bei den Studenten: Dass es nun eine Stones-Band gab, sprach sich schnell herum. Bis zu 70 Konzerte im Jahr – auch für damalige Verhältnisse galt das als sehr gut gehendes Projekt. Schlagzeuger Guido Schade stieg nach einem Vierteljahr aus - der Kleinmachnower Frank Koesling rückte nach. Gitarrist Michael Schupke bekam Zeitnot bei Familie und Beruf und wurde durch den Luckenwalder Gitarrenbauer und brillanten Gitarristen Helmut „Keule“ Kreuchwig ersetzt. Vor allem für Rock’n’Roll-Nummern brauchte man auch Piano und Hammond-Orgel: Stefan Saretz aus Potsdam übernahm den Part.

Tournee zum Ural

„Steinschlag“ brachte Kultur zum Jahreswechsel 1988/89 an den Ural: Zwei Wochen Crash-Tour an den Baustellen für die Erdgastrasse bei Perm am Südzipfel des Ural. Zwei Konzerte am Tag - früh um sieben Uhr für die Nachtschicht und abends um 20 Uhr für die Tagschicht – waren Pflicht. Über 2000 Kilometer von zu Hause im tiefen Russland arbeiteten Deutsche, bauten nicht nur das „Rohr“ sondern auch die dazu gehörigen Siedlungen und Städte dazu. Die DDR - in dem Fall die FDJ (Frei Deutsche Jugend) organisierte die Freizeit für die Trassenbauer und schickte Bands und andere Kulturprojekte an die „Trasse“. Schlagzeuger Frank Koesling verließ nach der Tournee die Band. Mehrere Trommler gaben sich darauf hin die Klinke in die Hand, denn die Konzerttermine mussten erfüllt werden, die Verträge waren gültig. Andreas Otto, damals und heute wieder„Galaxo“-Schlagzeuger, half oft aus der Patsche. Burkhard Fabiunke aus Wünsdorf haute in die Trommeln und Becken. Auch Thomas Warneke half erst mehrere Monate und ging dann doch zu „Subway to Sally“. Hängen blieb für längere Zeit der „Engerling“-Trommler Friedemann „Frieda“ Schulz aus Luckenwalde. Mit ihm wurden auch die meisten Studioaufnahmen – u. a. bei Joachim “Acki” Lehmannin Treuenbrietzen sowie bei Arne Gabler sowie später bei Hartmut Pfohl – eingespielt.

Studio und Radio

Steinschlag wurde mit Eigenkompositionen beim Sender Potsdam – die Regionalwelle von Radio DDR – gespielt und gab Rundfunk-Interviews. Sogar auf einer so genannten „Kleeblatt“-LP beim staatlichen Label „Amiga“ sollten vier Stücke der Potsdamer Band erscheinen. Dazu sollte es nicht mehr kommen. Die Maueröffnung im November 1989 kam dazwischen. Ab jetzt gab es echte Stones im Laden – die Tapes von Steinschlag sind in den Archiven verschwunden. Schon ein Vierteljahr vorher war auch Gitarrist Henryk Körbs nicht mehr in der Band. Michael Schupke war zurück und übernahm den Lead-Part, Keule Kreuchwig spielte die zweite Gitarre. Drummer Frank Koesling, der inzwischen in Spandau an seinem Abitur bastelte und schließlich ein Ingenieurstudium in Berlin absolvierte, stieg wieder ein. Somit waren zumindest vier Musiker aus den ersten Stunden wieder vereint: Sänger Detlef „Gote“ Gottschling, Gitarrist Michael „Schuppi“ Schupke, Bassgitarrist Winfried „Winne Good Times“ Gutzeit, Drummer Frank Koesling. Mittlerweile war „Keule“ über Ungarn in den Westen „verschwunden“, und als zweiter Gitarrist Martin Thiel – vorher Toni-Kruse-Band – zu Steinschlag gestoßen. Martin spielte dann wieder bei den „Orions“ – bei Steinschlag steht inzwischen Michael Kunczak aus Brandenburg an der Havel auf der Bühne. Ein Multitalent an allen Gitarren, auf dem Akkordeon, am Mikrofon.

Neue und alte Gesichter

An den Tasten war inzwischen Peter „Eiche“ Eichstädt. Der begann parallel das Projekt „The Clogs“ auf die Beine zu stellen, wo er heute noch erfolgreich durch die Lande tourt. Bald ließen sich beide Bands nicht mehr „unter einen Hut“ bringen. Eiche stieg aus, Hartmut Pfohl aus Berlin rückte 1994 nach. Drummer Frank Koesling wurde Ingenieur bei VW in Puebla/Mexico und ist jetzt aber wieder zurück in Deutschland – in Paderborn. An den Trommeln stieg „TW“ (Thomas Warneke) wieder bei Steinschlag ein, der inzwischen bei Subway to Sally ausgestiegen war und heute im Filmgeschäft tätig ist. Ziemlich „neu“ in der Band, seit 1998 dabei, ist Saxophonist Sebastian „TC” Pietsch, der schon als echter „Klassiker“ für Stella-Musicals in Berlin im „Glöckner von Notre Dame“ seinen Orchesterstuhl drückte und fest engagiert bei den Brandenburger Symphonikern sowie bei den auch daraus entstandenen Projekten Jacaranda, Jazzocrass sowie Blue Moon ist. Die große 20-Jahre-Feier fand am 1. September 2007 im Stammhaus „Lindenpark” in Potsdam statt.

Jubiläumsjahr 2012

Mittlerweile haben Michael Schupke, Michael Kunczak und auch Detlef Gottschling seit dem Jahr 2004 noch ein zweites Projekt am Laufen: Die River Blues Band. „Schuppi“ will sich dort noch mehr einbringen, hat neue Ideen und machte bei Steinschlag Platz – am 1. November 2011. Also wurde die Uhr zurück gedreht und doch vorgestellt: Am 10. Dezember 2011 stand Helmut „Keule“ Kreuchwig wieder auf der Bühne und holte die Licks aus der Schatzkiste. Das Jahr 2012 ist das 25. Jahr der Band.

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